Eine Frau – zwei Männer: kann das gutgehen? – „Die Leiden des jungen Werther“ im TIF in Kassel
von Marvin Krause 10d Zurück

Tatsächlich gab es eine bunte Mischung aus modernen Elementen und Originaltexten, um dem jungen Publikum die tragische Liebesgeschichte von Werther, Lotte und Albert näherzubringen.

Nach Aussagen der Schüler war das Stück aber doch „sehr modern“  und „ganz anders als das Buch“, jedoch auch „manchmal ziemlich verwirrend“. Die Liebe zwischen Lotte und Werther fand ihren Höhepunkt beim gemeinsamen Armeausbreiten zur Titanik-Melodie.

Die Reaktionen des Publikums waren erwartungsgemäß sehr gemischt. Eine Schülerin: „Oh, es war soo romantisch!“  Ein anderer Schüler erzählt: „Ich hätte nicht gedacht, dass man mit nur drei Schauspielern und innerhalb von einer Stunde dieses Buch als Theaterstück aufführen kann. Es war so bunt und schön gestaltet. Einmal kam der Werther sogar zu uns ins Publikum und hat mit uns geredet! Das fand ich cool, weil er das scheinbar komplett improvisiert hat. Und dann wurde es wieder ganz ernst, als es auf einmal um Selbstmord ging!“ Manche konnten ehrlicherweise auch gar nicht viel anfangen mit der gesamten Aufführung.

O-Ton Schülerin: „Und dann die Kostüme. Die waren sehr ... merkwürdig. Die eine Schauspielerin trug ein himmelblaues Hosenträgerkleid, einer der beiden männlichen Protagonisten hatte eine total enge, kurze, himmelblaue Hose an, auf der sich alles abgezeichnet hat.“  Hier sollte wohl die Verbundenheit von Albert und Lotte auch äußerlich dargestellt werden, während Werther – wie im Buch – ein gelbes Hemd trug. Werther, der unglücklich Liebende, der Unverstandene, der Außenseiter, der Selbstmörder.  Für die Zuschauer auf jeden Fall ein Stück Kunst auf hohem Niveau.

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