Mistviecher
Mistviecher - ein interessanter Titel für eine Ausstellung. Was hat man da wohl zu erwarten? Am Donnerstagmorgen fuhren wir mit unserer Klasse 6c aus Großalmerode nach Kassel. Schulausflüge sind immer spannend, selbst wenn es zu den „Mistviechern“ geht und unsere Lehrerinnen nichts Genaues verraten wollten. Also dachten wir: Gib dem Ganzen eine Chance. Und wenn es öde wird, gehen wir danach immer noch shoppen! Aber es wurde ganz und gar nicht öde…
Als erste Gruppe wurden wir am 13.11.2025 im Naturkundemuseum in Kassel durch die Ausstellung „Mistviecher“ geführt. Zu Beginn deutete alles darauf hin, dass es hier ausschließlich um ekelige Krabbeltiere gehen würde und einigen von uns schwand der Mut bei der Ankündigung, um die Ecke hänge eine überdimensional große Kreuzspinne von der Decke (natürlich nur als Modell). Mit viel Empathie und allerlei Fakten wurden wir von Frau C. Fasshauer durch die Ausstellung geleitet und erfuhren sogleich, warum wir uns nicht immer vor Käfern, Mücken und Spinnen fürchten müssen. Zugegebenermaßen hat es nicht jeden überzeugt. Doch jedes Tier hat seinen Platz im Geschehen und überraschenderweise sind so ziemlich alle Krabbeltiere sehr nützlich - und die meisten für uns Menschen überhaupt nicht gefährlich. Denn bloß weil sie uns fremdartig oder gar gruselig erscheinen, sind auch diese Lebewesen lediglich Teil eines riesigen Kreislaufs des Zusammenlebens in unserem Ökosystem.
Ziemlich spannend war der Perspektivwechsel. In ferneren Regionen unseres Planeten stufen die Menschen nämlich ganz andere Tiere als „Mistviecher“ ein. Im Grunde liegt alles im Auge des Betrachters. Während wir uns hier vielleicht über gemeine Mücken, aufdringliche Waschbären oder Wildschweine ärgern, sind die Menschen auf anderen Kontinenten verwirrt, dass uns Flusspferde als niedliche „Happy Hippos“ erscheinen.
Nachdem wir Frau Fasshauer Löcher in den Bauch gefragt hatten, durften wir ein Feedback zur Ausstellung geben und danach noch auf Fototour durch die extrem realistischen Kulissen gehen. So mancher wollte die Ausstellung gar nicht mehr verlassen, denn es gab immer noch mehr zu entdecken.
Wie bedanken uns bei unserer NaWi-Lehrerin Frau Mardorf für diese tolle Exkursion und empfehlen allen Lesern die Ausstellung „Mistviecher“. Und keine Bange - es ist nichts Lebendiges dabei, ihr müsst euch nicht fürchten! Seid einfach offen, verschiedene Tiere in einem ganz neuen Licht zu betrachten.
