Weimarfahrt der Abschlussklassen - 2025
Leidvoll, lebenszerstörend und lethargisch – so war der Holocaust im 2. Weltkrieg. Doch Worte werden niemals aufgreifen können, wie diese Opfer litten. Das haben wir, die Schüler/innen der Abschlussklassen der VTS Großalmerode, am 20. Mai 2025 erfahren. Wir waren unterwegs mit den Klassenlehrern/innen sowie Frau Muster und Herr Schmidt. An der Buswendeschleife unserer Schule versammelten sich P9a/R10a und R10b/G10c und teilten sich auf die beiden zur Verfügung stehenden Busse auf. Wir fuhren ca. 2 ½ Stunden bis nach Thüringen, zum nördlich von Weimar gelegenen KZ Buchenwald.
Fast angekommen, wurde es schlagartig still im Bus (für Zehntklässler sehr ungewöhnlich), denn wir erfuhren, dass noch ein paar Jahrzehnte zuvor, Menschen wie Tiere auf der mit Platten belegten Straße, genannt „Blutstraße“, von Weimar zum KZ getrieben wurden. Schon nach den ersten Schritten auf dem KZ Gelände konnte man die Kälte ausmachen, die diesen Ort umgibt. Jedes Lachen und alle noch so kleinen Witzeleien erstarben spätestens, als wir selbst in dem Krematorium standen, wo Jahre zuvor das Leben vieler Menschen qualvoll endete.
Durch die beeindruckende Erzählweise Frau Musters, die in unserer Gruppe als Reiseführerin galt, konnte man förmlich die Schreie all jener hören, die gefoltert, versklavt und zu Tode geprügelt wurden. Man konnte die Szenarien geradezu vor Augen sehen, was auch bei mir ein unbeschreiblich negatives Bauchgefühl hervorrief. Die Räume waren kahl, die Methoden grausam und das Leid unendlich groß. Wir sahen die Zellen, Folterinstrumente und ein fast lebensgroßes Bild, auf dem ein Haufen, bestehend aus menschlichen Leichen, abgebildet war.
Nach einer individuellen freien Stunde auf dem Gelände, wo die meisten die Ausstellung zu den KZ- Jahren 1938 -1945 besuchten, fuhren wir zu der wunderschönen, historischen Stadt Weimar, mit unseren 2 Reisebussen. Dort hatten wir 2 ½ Stunden Zeit, diese zu erkunden. Eine kleine Gruppe aus Schülerinnen und Lehrerinnen fand sich später zusammen und lief zu Goethe`s Gartenhaus, welches von innen und außen betrachten werden konnte. Dank unseres Fahrers Uwe Friedrichs kamen wir nach einem langen und anstrengenden Tag überpünktlich 18:30 Uhr wieder an der VTS an.
Dieser Tag hat Erfahrungen mit sich gebracht, die wir nicht vergessen werden und dürfen! Es war verstörend, auf eine solchen Weise akzeptieren zu müssen, zu welch grausamen Taten der Mensch fähig ist. Und wie es Frau Muster mehrfach betonte, darf so etwas nie wieder kommen. Ich würde diese Fahrt jedem ans Herz legen, denn kein Unterricht der Welt kann solche Emotionen hervorrufen, wie wir sie auf diese kurze Reise in die Vergangenheit erhielten. Durch die erschreckenden Zahlen der (Junior-)Wahlen an unserer Schule für eine nicht - demokratische Partei war diese Art an Aufklärung wichtig und wird auch immer wichtig bleiben.
